Körpersprache und Status

24. bis 26. März 2017 in Berlin

Einer kämpft sich gerade nach oben, einer weicht aus, einer gibt nach, einer unterstützt den anderen, einer hängt sich an, einer stellt sich unter, zwei sind kurz im Gleichgewicht: das ist der Status-Tanz.
Auf der Bühne der Handlungsmotor schlechthin. Wenn dieser Motor hakt, stottert, stehen  bleibt – dann kollabiert die Szene. Wir sind gut beraten, wenn wir die Status-Choreografien kennen und durchschauen.
Die Voraussetzung dafür ist, dass wir Körpersprache “können”. Bei anderen lesen, bei uns selbst wahrnehmen, und schließlich bewußt einsetzen.

Jetzt können wir in diversen Körpersprache-Büchern lernen, was Gestik bewirkt; was gekreuzte Beine, verschränkte Arme und die Richtung der Fußspitzen bedeuten. Aber diese Kochrezept-Körpersprache ist alles andere als subtil; sie ist offensichtlich, oberflächlich, eben äußerlich. Es handelt sich um periphere Ausläufer, und nicht um der Körpersprache Kern. Und natürlich ist es jener Kern, der den Schauspieler in seiner Suche nach Subtilität, Tiefe und erzählerischer Effizienz interessiert:

Der Schauspieler braucht ein Bewußtsein für die Wirbelsäule.

Wie immer gehen wir systematisch vor. Wir analysieren einzelne Körperhaltungen und Konstellationen zwischen zwei Partnern. Wir arbeiten “Statussymptome” heraus.
Von da aus nähern wir uns der Frage: “Wieso ist mir das anzusehen?” Oder – für Schauspieler noch relevanter: “Wieso ist mir das NICHT anzusehen, ich habe mich doch so gut eingefühlt?” Unser Sezierbesteck sind die Isolationstechniken der Mime.
Wir stellen jedem Arbeitsabschnitt ein Bewegungstraining voran.

Link zur PDF-Ausschreibung